Der Zendure SolarFlow 800 Plus in Kürze
Der Zendure SolarFlow 800 Plus ist ein kompaktes All-in-One-Gerät: Wechselrichter mit 800 W und Akku mit 1,92 kWh stecken in einem Gehäuse. Im Amazon-Set liegen zwei bifaziale 515-W-Module bei. Es ist mit derzeit preis ansehen das günstigste Speicher-Set in unserem Vergleich.
Eine Amazon-Durchschnittsnote gibt es für dieses Set noch nicht. Wir stützen uns auf die offizielle Produktseite von Zendure mit Datenblatt und FAQ, die Produktbeschreibung bei Amazon sowie auf Verbraucherzentrale und Bundesnetzagentur. Eigene Messungen haben wir nicht durchgeführt.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Zendure SolarFlow 800 Plus |
|---|
| Akku | 1.920 Wh, LiFePO4, 48 V, im Gerät |
| Erweiterbar | bis 11,52 kWh (bis zu 5 Zusatzakkus AB1000/AB2000) |
| PV-Eingang | 1.500 W (2 × 750 W), 2 MPPT |
| Betriebsspannung PV | 14–55 V DC, max. 18 A je Eingang |
| AC-Ausgang netzverbunden | 800 W |
| AC-Eingang (Netzladen) | 1.000 W |
| Lade-/Entladeleistung Akku | 1.200 W / 800 W |
| Regelung | 0–800 W in unter 3 s, 1-W-Schritte |
| Temperatur | −20 bis 55 °C empfohlen, Laden ab 0 °C |
| Schutzart | IP65 |
| Maße / Gewicht | 393 × 236 × 242 mm / 21,1 kg |
| Netzkabel | 3 m |
| Normen laut Hersteller | VDE-AR-N 4105 |
| Module im Set | 2 × 515 W bifazial, N-TOPCon, 1.960 × 1.134 × 30 mm, je 27 kg |
Ein Gerät statt drei
Bei vielen älteren Balkonkraftwerken mit Speicher hängen Module, ein separater Mikro-Wechselrichter und ein Akku hintereinander. Der SolarFlow 800 Plus fasst das zusammen. Die Module werden direkt an die zwei MPPT-Eingänge angeschlossen, das Netzkabel kommt in die Steckdose, die Einrichtung läuft über die Zendure-App. Zendure spricht von einer Plug-and-Play-Installation in fünf Minuten – die Montage der Module nicht mitgerechnet.
Mit 21,1 kg und 393 × 236 × 242 mm ist das Gerät deutlich kleiner und leichter als die großen Speicher im Vergleich. Laut Zendure ist es dank effizienterer Zellen bei gleicher Kapazität 32 % kleiner und 12 % leichter. Es darf drinnen oder draußen stehen, sollte aber laut Hersteller vor direkter Sonne und Regen geschützt sein, mindestens 5 cm Abstand nach oben und 15 cm zur Wand haben und innerhalb der 3 m des AC-Kabels liegen.
Speicher: 1,92 kWh, erweiterbar
1,92 kWh sind für einen Haushalt mit einem oder zwei Personen eine sinnvolle Größe. Rechnerisch reicht der Akku für eine Grundlast von 150 W über gut zwölf Stunden, also vom frühen Abend bis zum nächsten Morgen. Zendure weist offen darauf hin, dass die nutzbare Energie auf der AC-Seite wegen Umwandlungsverlusten, Eigenverbrauch und einer Schutzreserve unter dem Nennwert liegt. Bei etwa 5 % Restladung hält das System automatisch eine Reserve.
Wer später mehr Speicher braucht, kann laut Zendure bis zu fünf Zusatzakkus der Serien AB1000 und AB2000 anstecken, maximal 11,52 kWh. Empfohlen wird der AB2000X mit 1.920 Wh, 6.000 Zyklen und automatischer Selbstheizung zwischen −20 und 0 °C. Einschränkung: Mehrere SolarFlow 800 Plus lassen sich laut Zendure nicht parallel schalten und auch nicht mit Vorgängermodellen mischen. Über das Energiemanagement HEMS lassen sich aber bis zu sechs Geräte gemeinsam steuern, etwa auf verschiedenen Balkonen.
Solareingang: zwei Module, niedrige Startspannung
Zwei MPPT-Eingänge mit je bis zu 750 W nehmen zusammen 1.500 W auf. Zendure betont die niedrige Startspannung von 14 V: Das Gerät beginne früh am Morgen und arbeite auch bei Bewölkung oder Schnee. Die Amazon-Beschreibung spricht von „bis zu 40 % mehr Solarenergie“ – eine Herstellerangabe, die wir nicht überprüfen können.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für einen hohen Eigenverbrauch ein bis zwei Standard-Module. Genau dafür ist der SolarFlow 800 Plus gebaut. Bifaziale Module wie die im Set können laut Verbraucherzentrale zusätzlichen Strom über Streulicht auf der Rückseite gewinnen; das lohnt sich vor allem, wenn die Rückseite frei liegt, etwa bei aufgeständerter Montage auf einem Garagendach. Zendure gibt auf der eigenen Shopseite für zwei 515-W-Module eine bifaziale Maximalleistung von 1.339 Wp an.
800 W und die Frage nach dem Stecker
Mit 800 W maximaler Gesamt-Ausgangsleistung hält das Gerät die Grenze von § 8 Abs. 5a EEG ein. Die Modulleistung von 2 × 515 W = 1.030 Wp liegt klar unter den erlaubten 2.000 Wp.
Beim Stecker gibt es aber eine Feinheit. Zendure schreibt in den FAQ, der SolarFlow 800 Plus erfülle VDE-AR-N 4105 und könne direkt an eine Standard-Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Die Verbraucherzentrale beschreibt die seit 1. Dezember 2025 geltende Produktnorm DIN VDE V 0126-95 für Steckersolargeräte ohne Speicher: Der Schukostecker ist damit bis 960 W Modulleistung normkonform, darüber wird eine Einspeisesteckdose (z. B. Wieland) nötig. Ob diese Grenze auch für Geräte mit integriertem Speicher gilt, lässt die Verbraucherzentrale offen; EcoFlow wendet sie auf seine Speicher ebenfalls an. Das Set liegt mit 1.030 Wp knapp darüber. Wenn Sie sicher gehen wollen, lassen Sie den Stromkreis von einer Elektrofachkraft prüfen – das empfiehlt die Verbraucherzentrale ohnehin bei älteren Leitungen.
Dass die Frage nicht nur theoretisch ist, zeigt ein Bericht von pv magazine: Die Landgerichte Bochum und Osnabrück haben im Mai 2026 per einstweiliger Verfügung untersagt, bestimmte Steckersolar-Speicher pauschal als „Plug & Play“ oder „ohne Elektriker“ zu bewerben, wenn sie die Anforderungen der VDE-Normen an Modul-, Einspeiseleistung oder Leitungsschutz nicht erfüllen. Im Mittelpunkt stand die 960-Wp-Grenze für den Schukostecker. Die Beschlüsse ergingen ohne mündliche Verhandlung, die betroffenen Firmen können Widerspruch einlegen.
Unabhängig davon gilt: Pro Steckdose nur ein Steckersolargerät, keine Mehrfachsteckdosen, und die 800 W dürfen nur einmal pro Stromzähler ausgeschöpft werden.
Regelung, App und Smart Meter
Der SolarFlow 800 Plus regelt laut Zendure seine Leistung zwischen 0 und 800 W in unter drei Sekunden und in 1-W-Schritten. Mit einem Smart Meter folgt die Abgabe damit sehr genau dem Verbrauch: Läuft abends der Fernseher, liefert der Akku genau diese Leistung, statt Strom ins Netz zu schieben. Zendure nennt kompatible Zähler: Smart Meter 3CT, Smart Meter D0/P1, Shelly Pro 3EM und 3EM sowie Everhome EcoTracker IR. Home Assistant wird unterstützt.
Für Einrichtung, Moduswahl und Fernüberwachung ist laut Zendure die App mit WLAN nötig. Die lokale Kommunikation soll den Betrieb aber auch bei WLAN-Ausfällen stabil halten. In der App stehen drei Modi zur Wahl: ZENKI (automatisch, auch für dynamische Tarife), Auto und Expert mit eigenen Zeitplänen.
Zur Sicherheit nennt Zendure ein doppeltes Batteriemanagement (lokal und Cloud), Selbstheizung bei Kälte und ein Aerosol-Löschsystem, das bei rund 170 °C Innentemperatur auslöst.
Ersparnis: realistisch einordnen
Die Amazon-Beschreibung nennt „bis zu ca. 440 € Stromkostenersparnis pro Jahr“. Das ist eine Herstellerangabe mit Sternchen. Zur Orientierung: Die Verbraucherzentrale rechnet für ein einzelnes 400-W-Modul, senkrecht am Südbalkon, mit etwa 280 kWh Jahresertrag und rund 60 € Ersparnis bei 30 Cent je kWh. Zwei größere Module und ein Speicher erhöhen beides, doch wie stark, hängt von Ausrichtung, Verschattung, Verbrauch und Strompreis ab. Eine ehrliche Abschätzung liefert der Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin.
Anmeldung und Mehrwertsteuer
Das Gerät wird im Marktstammdatenregister registriert; die Meldung beim Netzbetreiber entfällt laut Bundesnetzagentur für Steckersolargeräte. Für den Speicher verlangen manche Netzbetreiber laut Verbraucherzentrale weiterhin eine Meldung. Privatkäufer zahlen nach § 12 Abs. 3 UStG keine Mehrwertsteuer.
Für wen eignet sich der SolarFlow 800 Plus?
Gut geeignet für:
- Mieter und Eigentümer mit Platz für zwei Module am Balkon.
- Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die abends und nachts Solarstrom nutzen wollen.
- Einsteiger, die mit einem günstigen Set beginnen und später Akkus nachrüsten möchten.
Weniger geeignet für:
- Wer vier Module betreiben will – dafür hat das Gerät nur zwei Eingänge.
- Wer eine Notstromsteckdose direkt am Gerät erwartet; die Produktseite beschreibt keine.
- Haushalte mit hohem Abendverbrauch, die gleich mehr als 2 kWh brauchen.
Alternativen
Mehr Speicher und vier Module bietet die EcoFlow STREAM Ultra X mit 3,84 kWh. Eine größere Plattform desselben Herstellers ist der Zendure SolarFlow 2400 Pro. Der Jackery SolarVault 3 Pro kostet etwas mehr, bringt aber 2,52 kWh und vier Module mit.
Alle neun Sets im direkten Vergleich finden Sie in unserem Balkonkraftwerk-Vergleich 2026. Was in der Mietwohnung gilt, erklärt unser Ratgeber Balkonkraftwerk für die Steckdose in der Mietwohnung.
Unser Fazit
Der Zendure SolarFlow 800 Plus ist das kompakteste und günstigste Speicher-Set im Vergleich. Wechselrichter und Akku in einem Gerät, präzise Regelung in 1-W-Schritten und die Möglichkeit, später nachzurüsten, machen ihn zu einem sehr guten Einstieg. Die Grenzen sind klar: zwei Module, 1,92 kWh, kein Parallelbetrieb. Und mit 1.030 Wp liegt das Set knapp über der 960-Wp-Schwelle, die die Verbraucherzentrale für den Schukostecker nennt – hier lohnt ein kurzer Blick der Elektrofachkraft.
Quellen