Bewertung

Zendure SolarFlow 800 Plus: Bewertung 2026

Zendure SolarFlow 800 Plus mit 2× 515 W im Detail: 1,92 kWh Speicher, 800-W-Wechselrichter, 14 V Startspannung, Erweiterung bis 11,52 kWh. Für wen das Set passt.

Redaktion von Beste Balkonkraftwerk Veröffentlicht am
Zendure SolarFlow 800 Plus + 2× 515 W

Zendure SolarFlow 800 Plus + 2× 515 W

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Der vernünftige Einstieg ins Balkonkraftwerk mit Speicher: kompakt, günstig und für zwei Module ausgelegt. Ideal für Mieter und kleine Haushalte, die abends Solarstrom nutzen wollen.

Stärken

  • Günstigstes Speicher-Set im Vergleich
  • All-in-One: 800-W-Wechselrichter und 1,92 kWh in einem Gerät, 21,1 kg
  • Nur zwei Module nötig, Startspannung 14 V
  • Erweiterbar auf 11,52 kWh

Schwächen

  • Mit 2× 515 W knapp über der 960-Wp-Grenze für den Schukostecker
  • Kein Parallelbetrieb mehrerer Geräte
  • App und WLAN für die Einrichtung Pflicht

Der Zendure SolarFlow 800 Plus in Kürze

Der Zendure SolarFlow 800 Plus ist ein kompaktes All-in-One-Gerät: Wechselrichter mit 800 W und Akku mit 1,92 kWh stecken in einem Gehäuse. Im Amazon-Set liegen zwei bifaziale 515-W-Module bei. Es ist mit derzeit preis ansehen das günstigste Speicher-Set in unserem Vergleich.

Eine Amazon-Durchschnittsnote gibt es für dieses Set noch nicht. Wir stützen uns auf die offizielle Produktseite von Zendure mit Datenblatt und FAQ, die Produktbeschreibung bei Amazon sowie auf Verbraucherzentrale und Bundesnetzagentur. Eigene Messungen haben wir nicht durchgeführt.

Technische Daten laut Hersteller

MerkmalZendure SolarFlow 800 Plus
Akku1.920 Wh, LiFePO4, 48 V, im Gerät
Erweiterbarbis 11,52 kWh (bis zu 5 Zusatzakkus AB1000/AB2000)
PV-Eingang1.500 W (2 × 750 W), 2 MPPT
Betriebsspannung PV14–55 V DC, max. 18 A je Eingang
AC-Ausgang netzverbunden800 W
AC-Eingang (Netzladen)1.000 W
Lade-/Entladeleistung Akku1.200 W / 800 W
Regelung0–800 W in unter 3 s, 1-W-Schritte
Temperatur−20 bis 55 °C empfohlen, Laden ab 0 °C
SchutzartIP65
Maße / Gewicht393 × 236 × 242 mm / 21,1 kg
Netzkabel3 m
Normen laut HerstellerVDE-AR-N 4105
Module im Set2 × 515 W bifazial, N-TOPCon, 1.960 × 1.134 × 30 mm, je 27 kg

Ein Gerät statt drei

Bei vielen älteren Balkonkraftwerken mit Speicher hängen Module, ein separater Mikro-Wechselrichter und ein Akku hintereinander. Der SolarFlow 800 Plus fasst das zusammen. Die Module werden direkt an die zwei MPPT-Eingänge angeschlossen, das Netzkabel kommt in die Steckdose, die Einrichtung läuft über die Zendure-App. Zendure spricht von einer Plug-and-Play-Installation in fünf Minuten – die Montage der Module nicht mitgerechnet.

Mit 21,1 kg und 393 × 236 × 242 mm ist das Gerät deutlich kleiner und leichter als die großen Speicher im Vergleich. Laut Zendure ist es dank effizienterer Zellen bei gleicher Kapazität 32 % kleiner und 12 % leichter. Es darf drinnen oder draußen stehen, sollte aber laut Hersteller vor direkter Sonne und Regen geschützt sein, mindestens 5 cm Abstand nach oben und 15 cm zur Wand haben und innerhalb der 3 m des AC-Kabels liegen.

Speicher: 1,92 kWh, erweiterbar

1,92 kWh sind für einen Haushalt mit einem oder zwei Personen eine sinnvolle Größe. Rechnerisch reicht der Akku für eine Grundlast von 150 W über gut zwölf Stunden, also vom frühen Abend bis zum nächsten Morgen. Zendure weist offen darauf hin, dass die nutzbare Energie auf der AC-Seite wegen Umwandlungsverlusten, Eigenverbrauch und einer Schutzreserve unter dem Nennwert liegt. Bei etwa 5 % Restladung hält das System automatisch eine Reserve.

Wer später mehr Speicher braucht, kann laut Zendure bis zu fünf Zusatzakkus der Serien AB1000 und AB2000 anstecken, maximal 11,52 kWh. Empfohlen wird der AB2000X mit 1.920 Wh, 6.000 Zyklen und automatischer Selbstheizung zwischen −20 und 0 °C. Einschränkung: Mehrere SolarFlow 800 Plus lassen sich laut Zendure nicht parallel schalten und auch nicht mit Vorgängermodellen mischen. Über das Energiemanagement HEMS lassen sich aber bis zu sechs Geräte gemeinsam steuern, etwa auf verschiedenen Balkonen.

Solareingang: zwei Module, niedrige Startspannung

Zwei MPPT-Eingänge mit je bis zu 750 W nehmen zusammen 1.500 W auf. Zendure betont die niedrige Startspannung von 14 V: Das Gerät beginne früh am Morgen und arbeite auch bei Bewölkung oder Schnee. Die Amazon-Beschreibung spricht von „bis zu 40 % mehr Solarenergie“ – eine Herstellerangabe, die wir nicht überprüfen können.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt für einen hohen Eigenverbrauch ein bis zwei Standard-Module. Genau dafür ist der SolarFlow 800 Plus gebaut. Bifaziale Module wie die im Set können laut Verbraucherzentrale zusätzlichen Strom über Streulicht auf der Rückseite gewinnen; das lohnt sich vor allem, wenn die Rückseite frei liegt, etwa bei aufgeständerter Montage auf einem Garagendach. Zendure gibt auf der eigenen Shopseite für zwei 515-W-Module eine bifaziale Maximalleistung von 1.339 Wp an.

800 W und die Frage nach dem Stecker

Mit 800 W maximaler Gesamt-Ausgangsleistung hält das Gerät die Grenze von § 8 Abs. 5a EEG ein. Die Modulleistung von 2 × 515 W = 1.030 Wp liegt klar unter den erlaubten 2.000 Wp.

Beim Stecker gibt es aber eine Feinheit. Zendure schreibt in den FAQ, der SolarFlow 800 Plus erfülle VDE-AR-N 4105 und könne direkt an eine Standard-Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Die Verbraucherzentrale beschreibt die seit 1. Dezember 2025 geltende Produktnorm DIN VDE V 0126-95 für Steckersolargeräte ohne Speicher: Der Schukostecker ist damit bis 960 W Modulleistung normkonform, darüber wird eine Einspeisesteckdose (z. B. Wieland) nötig. Ob diese Grenze auch für Geräte mit integriertem Speicher gilt, lässt die Verbraucherzentrale offen; EcoFlow wendet sie auf seine Speicher ebenfalls an. Das Set liegt mit 1.030 Wp knapp darüber. Wenn Sie sicher gehen wollen, lassen Sie den Stromkreis von einer Elektrofachkraft prüfen – das empfiehlt die Verbraucherzentrale ohnehin bei älteren Leitungen.

Dass die Frage nicht nur theoretisch ist, zeigt ein Bericht von pv magazine: Die Landgerichte Bochum und Osnabrück haben im Mai 2026 per einstweiliger Verfügung untersagt, bestimmte Steckersolar-Speicher pauschal als „Plug & Play“ oder „ohne Elektriker“ zu bewerben, wenn sie die Anforderungen der VDE-Normen an Modul-, Einspeiseleistung oder Leitungsschutz nicht erfüllen. Im Mittelpunkt stand die 960-Wp-Grenze für den Schukostecker. Die Beschlüsse ergingen ohne mündliche Verhandlung, die betroffenen Firmen können Widerspruch einlegen.

Unabhängig davon gilt: Pro Steckdose nur ein Steckersolargerät, keine Mehrfachsteckdosen, und die 800 W dürfen nur einmal pro Stromzähler ausgeschöpft werden.

Regelung, App und Smart Meter

Der SolarFlow 800 Plus regelt laut Zendure seine Leistung zwischen 0 und 800 W in unter drei Sekunden und in 1-W-Schritten. Mit einem Smart Meter folgt die Abgabe damit sehr genau dem Verbrauch: Läuft abends der Fernseher, liefert der Akku genau diese Leistung, statt Strom ins Netz zu schieben. Zendure nennt kompatible Zähler: Smart Meter 3CT, Smart Meter D0/P1, Shelly Pro 3EM und 3EM sowie Everhome EcoTracker IR. Home Assistant wird unterstützt.

Für Einrichtung, Moduswahl und Fernüberwachung ist laut Zendure die App mit WLAN nötig. Die lokale Kommunikation soll den Betrieb aber auch bei WLAN-Ausfällen stabil halten. In der App stehen drei Modi zur Wahl: ZENKI (automatisch, auch für dynamische Tarife), Auto und Expert mit eigenen Zeitplänen.

Zur Sicherheit nennt Zendure ein doppeltes Batteriemanagement (lokal und Cloud), Selbstheizung bei Kälte und ein Aerosol-Löschsystem, das bei rund 170 °C Innentemperatur auslöst.

Ersparnis: realistisch einordnen

Die Amazon-Beschreibung nennt „bis zu ca. 440 € Stromkostenersparnis pro Jahr“. Das ist eine Herstellerangabe mit Sternchen. Zur Orientierung: Die Verbraucherzentrale rechnet für ein einzelnes 400-W-Modul, senkrecht am Südbalkon, mit etwa 280 kWh Jahresertrag und rund 60 € Ersparnis bei 30 Cent je kWh. Zwei größere Module und ein Speicher erhöhen beides, doch wie stark, hängt von Ausrichtung, Verschattung, Verbrauch und Strompreis ab. Eine ehrliche Abschätzung liefert der Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin.

Anmeldung und Mehrwertsteuer

Das Gerät wird im Marktstammdatenregister registriert; die Meldung beim Netzbetreiber entfällt laut Bundesnetzagentur für Steckersolargeräte. Für den Speicher verlangen manche Netzbetreiber laut Verbraucherzentrale weiterhin eine Meldung. Privatkäufer zahlen nach § 12 Abs. 3 UStG keine Mehrwertsteuer.

Für wen eignet sich der SolarFlow 800 Plus?

Gut geeignet für:

  • Mieter und Eigentümer mit Platz für zwei Module am Balkon.
  • Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die abends und nachts Solarstrom nutzen wollen.
  • Einsteiger, die mit einem günstigen Set beginnen und später Akkus nachrüsten möchten.

Weniger geeignet für:

  • Wer vier Module betreiben will – dafür hat das Gerät nur zwei Eingänge.
  • Wer eine Notstromsteckdose direkt am Gerät erwartet; die Produktseite beschreibt keine.
  • Haushalte mit hohem Abendverbrauch, die gleich mehr als 2 kWh brauchen.

Alternativen

Mehr Speicher und vier Module bietet die EcoFlow STREAM Ultra X mit 3,84 kWh. Eine größere Plattform desselben Herstellers ist der Zendure SolarFlow 2400 Pro. Der Jackery SolarVault 3 Pro kostet etwas mehr, bringt aber 2,52 kWh und vier Module mit.

Alle neun Sets im direkten Vergleich finden Sie in unserem Balkonkraftwerk-Vergleich 2026. Was in der Mietwohnung gilt, erklärt unser Ratgeber Balkonkraftwerk für die Steckdose in der Mietwohnung.

Unser Fazit

Der Zendure SolarFlow 800 Plus ist das kompakteste und günstigste Speicher-Set im Vergleich. Wechselrichter und Akku in einem Gerät, präzise Regelung in 1-W-Schritten und die Möglichkeit, später nachzurüsten, machen ihn zu einem sehr guten Einstieg. Die Grenzen sind klar: zwei Module, 1,92 kWh, kein Parallelbetrieb. Und mit 1.030 Wp liegt das Set knapp über der 960-Wp-Schwelle, die die Verbraucherzentrale für den Schukostecker nennt – hier lohnt ein kurzer Blick der Elektrofachkraft.

Quellen

Häufige Fragen

Kann ich den Zendure SolarFlow 800 Plus in die normale Steckdose stecken?

Zendure schreibt, das Gerät erfülle VDE-AR-N 4105 und könne direkt an eine Standard-Haushaltssteckdose angeschlossen werden. Die Verbraucherzentrale nennt nach DIN VDE V 0126-95 für den Schukostecker eine Grenze von 960 W Modulleistung. Mit 2× 515 W liegt das Set bei 1.030 Wp – klären Sie den Anschluss im Zweifel mit einer Elektrofachkraft.

Wie viel Strom kann der SolarFlow 800 Plus speichern?

Im Gerät stecken laut Zendure 1.920 Wh (LiFePO4, 48 V). Mit bis zu fünf Zusatzakkus der Serien AB1000 oder AB2000 sind maximal 11,52 kWh möglich; Zendure empfiehlt den AB2000X.

Speist der SolarFlow 800 Plus mehr als 800 W ein?

Nein. Die maximale Gesamt-Ausgangsleistung von Modulen und Akku beträgt laut Zendure 800 W.

Brauche ich einen Smart Meter?

Für eine Regelung nach Verbrauch ja. Zendure nennt den eigenen Smart Meter 3CT und D0/P1, Shelly Pro 3EM und 3EM sowie Everhome EcoTracker IR. Ohne Smart Meter arbeitet das Gerät mit festen Zeitplänen oder Modi aus der App.

Lohnt sich der Speicher bei nur zwei Modulen?

Das hängt vom Verbrauch ab. Laut Verbraucherzentrale wird ein Speicher umso interessanter, je höher der Stromverbrauch und je größer das Steckersolargerät ist. Wer tagsüber wenig zu Hause ist, profitiert eher. Eine Abschätzung erlaubt der Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin.